Pflicht-Impfungen für Hühner

Auch Hühner können allerlei Krankheiten bekommen. Das braucht aber kein Grund zu sein, auf die Hühnerhaltung zu verzichten.

Stand Sommer 2021: Seit neun Jahren halten wir bei uns im Garten mehrere Zwerghühner. In der Spitze waren es elf oder zwölf Tiere. Hin und wieder ist ein Huhn gestorben, aber wir hatten bislang keinerlei Krankheiten im Stall.


Verenden innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Hühner (bei der Haltung von weniger als 100 Hühnern), muss unverzüglich ein Tierarzt informiert werden!


Eine der möglichen Krankheiten ist die hochansteckende „atypische Geflügelpest“ / „Newcastle Disease“ (ND), eine anzeigepflichtige Tierseuche (Viruserkrankung). Sie führt zu hohem Fieber*, Mattigkeit, Atemnot: oft gurgelnde, schnorchelnde Atemgeräusche. Innerhalb von drei bis fünf Tagen stirbt ein Großteil der infizierten Tiere. – In erster Linie werden davon Hühner-Vögel, zum Beispiel auch Puten, befallen, nicht jedoch Wassergeflügel, also zum Beispiel nicht unsere Laufenten. – ND ist für den Menschen ungefährlich. 


* Die normale Körpertemperatur eines Huhns ist mit 41° C wesentlich höher als die des Menschen. – Quelle: Isabella Rossellini; Meine Hühner und ich


Gegen ND gibt es eine gesetzliche Impfpflicht, auch in der privaten Hobbyhaltung mit theoretisch nur einem einzigen Tier! – Fehlende regelmäßige Impfungen oder fehlende Tierarztbescheinigungen gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern bis zu 25.000 EUR geahndet werden. – Aus Unkenntnis oder Fahrlässigkeit hatten wir diese Impfungen bisher nicht durchgeführt.

Für unsere Hühner kommen nur die Trinkwasser-Impfungen mit so genanntem Lebend-Impfstoff infrage; sie müssen spätestens alle zwölf Wochen / vierteljährlich wiederholt werden. – Der Roh-Impfstoff wird mit Wasser angemischt und behält seine Wirkung nur etwa zwei Stunden lang. Bis dahin sollten die Hühner die Impf-Flüssigkeit eingenommen haben. – Die einfachste Art, den Impfstoff zu verabreichen:

  • eingeweichtes Brot entwässern
  • mit dem Impfstoff vermengen
  • den Tieren zum Fressen anbieten

Wir haben unsere Hühner erstmalig Juni 2021 geimpft und verfügen auch über die Impfbescheinigungen des Tierarztes.

Es handelt sich um eine Sammelimpfbescheinigung / Liste mit den Namen der Hühnerhalter, die den Impfstoff vom ‚GZV-Nümbrecht‘ abgeholt hatten.

Den Impfstoff bekommen wir vom GeflügelZuchtVerein Nümbrecht – gegen eine Kostenbeteiligung von 2,50 EUR für Mitglieder (bzw. 5,00 EUR für Nicht-Mitglieder). Die Impfstoffmenge wird nach Anzahl der Tiere bestimmt; der Preis gilt für alle Tiere zusammen.

Eine Überdosierung könne es nicht geben. – Die Impfung kann die Tiere zunächst schwächen und dazu führen, dass die Legeleistung vorübergehend verringert wird. – „Die Eier dürfen nach der Impfung uneingeschränkt für den menschlichen Verzehr verwendet werden.“

Achtung: Stellungnahme zur ND-Immunisierung, StIKo Vet am FLI, Stand: 01.01.2021

Bei den teureren Inaktivatimpfstoffen bietet es sich an, z. B. mit lokalen Geflügel- oder Kleintierzuchtvereinen koordinierte Impftermine zu vereinbaren. Dabei sollte der Tierarzt die jeweiligen Haltungen aufsuchen. Einzeltiere oder kleinere Gruppen können auch in die Praxis einbestellt werden.

Werden Impfstoffe gegen Newcastle Disease an Hobbyhalter abgegeben, muss der abgebende Tierarzt den Bestand regelmäßig betreuen. Er berät also den Tierhalter und ist mindestens viermal im Jahr im Bestand, um die Tiere zu untersuchen. Das ist zu dokumentieren.Quelle

Tierimpfstoff-Verordnung

Kommentar von … (bekannt): „Bisher ist man glücklicherweise beim Kreisveterinäramt in Siegburg der Meinung: Wir lassen die bisherigen Verfahren und erreichen damit zumindest eine gute Impfdichte im Kreis und ersparen uns viel Arbeit mit den Kontrollen.

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